Samstag, 19. September 2009

Mein Sommerhörbuch über eine Arktisexpedition

Bei mehr als 30°C im Schatten des Waldes und den Kopfhörern auf den Ohren zittere ich vor Kälte, die mir die Stimme Terrorvon Detlef Bierstedt glaubwürdig  ins Ohr flüstert.

So oder so ähnlich habe ich das fast 29 stündige Hörbuch empfunden. Mein pasteurisiertes Urteil lautet 5 von 5 Sternen für Dan Simmons’ Roman Terror.

Das Buch handelt von der letzten Expedition Sir John Franklin’s auf der Suche nach der Nord-West-Passage mit zwei dampfbetriebenen Segelschiffen, der HMS Erebus und der Terror. Der Kapitän der HMS Terror ist Francis Crozier, der die eigentliche Hauptrolle hat.

Wie kann man bitte 28 Stunden und 45 Minuten über eine Arktisexpedition erzählen, bei der zu allem Übel beide Schiffe auch noch über die gesamte Dauer des Buches an der gleichen Stelle im eintönigen Eis eingefroren sind? … Und wie schafft Simmons es immer wieder dennoch keine einzige Minute der Langeweile aufkommen zu lassen. Ja, er schafft es!

Das Elend der Seefahrer ist schon ohne Grenzen. Erfrierungen, Knochenbrüche, Skorbut, Nahrungsmangel, Langeweile, Hoffnungslosigkeit zehren einen nach dem anderen aus. Alle kämpfen gegen den gefrorenen Wahnsinn, der in Gestalt eines prähistorischen Eisbären den Männern noch zusätzliche Opfer abnimmt.

Nach fast 3 Jahren im Eis versucht die Mannschaft dann Rettung am, wohl 200 Meilen entfernten, Großen Fischfluss zu finden. Die Unfähigkeit Nahrungsmittel zu besorgen dezimiert die Gruppe solange, bis einige ihr Heil nur noch im Kannibalismus sehen. So wird selbst der gehunfähige, amputierte Maat noch als Nahrungsreserve mitgeschleppt.

Simmons beschreibt ein düsteres Bild einer schlecht vorbereiteten Expedition. Der Leser/Hörer erfährt im Detail, welche Auswirkungen Skorbut hat, wie eine Leiche zum Mahl geschlachtet wird oder wie man richtig oder falsch Robben jagt. Dank Detlef Bierstedt, der im Laufe des Buches sogar das Singen anfängt, fühlt man sich mitten ‘drin im Geschehen und leidet oder lacht (eher selten) mit den vielen Charakteren des Buches mit.

Das Ende der Geschichte kann man fast als Happy End betrachten auch wenn alle Maaten tot sind – wie man aus dem Geschichtsbuch ja erfahren kann. Nun, die Idee zum Buch basiert auf einer realen, fehlgeschlagenen Expedition – was Dan Simmons daraus macht ist ein Kunstwerk.

Sonntag, 6. September 2009

Kühe und (pasteurisierte?) Milch

Christdemokrat:
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Sie behalten eine und schenken ihrem armen Nachbarn die andere. Danach bereuen Sie es.

Sozialist:
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Die Regierung nimmt Ihnen eine ab und gibt diese Ihrem Nachbarn. Sie werden gezwungen, eine Genossenschaft zu gründen, um Ihrem Nachbarn bei der Tierhaltung zu helfen.

Sozialdemokrat:
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Sie fühlen sich schuldig, weil Sie erfolgreich arbeiten. Sie wählen Leute in die Regierung, die Ihre Kühe besteuern. Das zwingt Sie, eine Kuh zu verkaufen, um die Steuern bezahlen zu können. Die Leute, die Sie gewählt haben, nehmen dieses Geld, kaufen eine Kuh und geben diese Ihrem Nachbarn. Sie fühlen sich rechtschaffen. Udo Lindenberg singt für Sie.

Freidemokrat:
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Na und?



Kommunist:

Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Die Regierung beschlagnahmt beide Kühe und verkauft Ihnen die Milch. Sie stehen stundenlang für die Milch an. Sie ist sauer.

Idealer Kapitalismus:
Sie besitzen zwei Kühe. Sie verkaufen eine und kaufen einen Bullen, um eine Herde zu züchten. Sie verkaufen die Herde und gehen steinreich in Rente.

Amerikanisches Unternehmen:
Sie Flagge Vereinigte Staaten von Amerika (USA)besitzen zwei Kühe. Sie verkaufen eine und leasen sie zurück.Sie gründen eine Aktiengesellschaft. Sie zwingen die beiden Kühe, das Vierfache an Milch zu geben. Sie wundern sich, als eine tot umfällt.Sie geben eine Presseerklärung heraus, in der Sie erklären, Sie hätten Ihre Kosten um 50% gesenkt. Ihre Aktien steigen.

Französisches Unternehmen:
Sie Flagge Frankreichbesitzen zwei Kühe. Sie streiken, weil Sie drei Kühe haben wollen. Sie gehen Mittagessen. Das Leben ist schön.

Britisches Unternehmen:
Sie Flagge Großbritannienhaben zwei Kühe. Beide davon sind verrückt.


Japanisches Unternehmen:

Sie Flagge Japanbesitzen zwei Kühe. Mittels modernster Gentechnik werden die Tiere auf ein Zehntel ihrer ursprünglichen Größe gezüchtet und das Zwanzigfache der Milch geben.

Deutsches Unternehmen:
Sie Flagge Deutschlandbesitzen zwei Kühe. Mittels modernster Gentechnik werden die Tiere "redesigned", so dass sie alle blond sind, eine Menge Bier saufen, Milch von höchster Qualität geben und 160 km/h laufen können. Leider fordern die Kühe 13 Wochen Urlaub im Jahr.

Italienisches Unternehmen:
Sie Flagge Italienbesitzen zwei Kühe, aber Sie wissen nicht, wo sie sind. Während Sie sie suchen, sehen Sie eine schöne Frau. Sie machen Mittagspause. Das Leben ist schön.

Russisches Unternehmen:
Sie Flagge Russlandbesitzen zwei Kühe. Sie zählen jedoch fünf. Sie trinken noch mehr Wodka. Sie zählen erneut und kommen nunmehr auf 42 Kühe. Hocherfreut zählen Sie gleich noch mal und jetzt sind es zwölf Kühe. Enttäuscht lassen Sie das Zählen sein und öffnen die nächste Flasche Wodka. Die Mafia kommt vorbei und nimmt Ihnen - wie viele Kühe es auch immer sein mögen - ab.

Schweizer Unternehmen:
Sie Flagge Schweizverfügen über 5.000 Kühe, von denen Ihnen aber keine einzige gehört. Sie betreuen die Tiere nur für andere. Wenn die Kühe Milch geben, erzählen Sie es niemandem.

EU Bürokratie:
Sie besitzen zwei Kühe. Europäische Union (EU) FlaggeDie EU nimmt ihnen beide ab, tötet eine, melkt die andere, bezahlt Ihnen eine Entschädigung aus dem Verkaufserlös der Milch und schüttet diese dann in die Nordsee.