Freitag, 26. März 2010

Bruno Ziauddin’s Curry Connection

Was sich anfangs ein wenig wie eine Satire anhörte, wird im weiteren Verlauf des Buches zu einem interessanten Familienbesuch mit unerwarteten Erkenntnissen, der weniger zum Lachen als zum Nachdenken anregt.bild-bruno

Bruno, Sohn eines Inders und einer Schweizerin, der in Zürich aufgewachsen ist, beginnt sich nach dem Tode seiner Eltern für die Lebensgeschichte seines “schwarzen” Vaters zu interessieren. Erst jetzt kommt er in Kontakt mit seiner südindischen Verwandtschaft.

Bruno erzählt von seinen Aufenthalten bei den Tanten bzw. Verwandten in Indien, wie er dort gemästet und in den Mittelpunkt gestellt wird. Leider ist die kurzweilige und unterhaltsame Geschichte unterm Strich etwas seicht… oder liegt es daran, dass wir durch die Globalisierung selbst schon ähnliche Erfahrungen gemacht haben und nicht mehr wirklich überrascht sind über kulturelle Unterschiede?

Indien habe ich bisher noch nicht besucht, jedoch als Student mit Rucksack in der Türkei ähnliche Erfahrungen gemacht… und ein wenig beneide ich Bruno, dass er jederzeit Zuflucht in solch einer Familie finden kann.

Pasteurisiert mit 3.5 von 5 Sternenimage

Kommentare:

  1. In der berührenden Familiengeschichte Curry-Connection schildert Bruno Ziauddin auf humorvolle Weise die Erlebnisse und Kommunikationsprobleme mit seiner weit verzweigten indischen Familie. Das sehr persönliche Buch zeigt einen Autor auf der Suche nach der eigenen Identität. Nur leise und andeutungsweise lässt Ziauddin den Rassismus anklingen, dem Migranten durch ihr Aussehen oder ihre Hautfarbe in unserer multikulturellen Gesellschaft ausgesetzt sind. So ist dieses Buch auch ein Plädoyer zu mehr Toleranz gegenüber Mitbürgern aus anderen Kulturkreisen. Ein lesenswertes Buch, dass man nur schwer wieder aus der Hand legen kann.

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  2. Hallo Michael,
    Danke für den Kommentar, den Du am 27.1.10 schon unter Amazon veröffentlich hast und den ich dort gelesen habe. Ich schliesse mich jedoch eher der Amazon-Rezension von Diethard Leberl an: "Flott geschriebene Reportage ohne Aussage". Meine Frau empfiehlt übrigens mit 5 Sternen "Grüezi Gummihälse!" vom gleichen Autor.
    Schöne Grüsse
    Jan

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