Montag, 29. November 2010

Rückfall in das Mittelalter – Die schweizerische Ausschaffungsinitiative

Das gestrige Votum des Schweizer Stimmvolkes zu Gunsten der Ausschaffungsinitiative pasteurisiert mich sehr.

Im Mittelalter war es üblich Menschen nach ihrer Tat zu bestrafen. Zum Beispiel: Diebstahl, also Hand ab; Mord, also Kopf ab. Die moderne Justiz urteilt da schon differenzierter. So wird in zivilisierten Ländern beispielsweise ein Unterschied gemacht, ob ein Dieb aus Raffgier oder aus Not heraus gehandelt hat. Ein Mord kann aus niederen Motiven heraus oder ein Totschlag aus dem Affekt geschehen sein. Entsprechend wird bei der Verhängung des Strafmasses, und dies ist eine Errungenschaft unserer Zivilisation, eine Verhältnismässigkeitsprüfung durchgeführt.

Das Schweizer Stimmvolk bzw. diejenigen, die bei der Abstimmung ihr Ja-Kreuz gemacht haben, haben der Zivilisation einen schweren Rückschlag erteilt und das Land ins Mittelalter zurückkatapultiert. Zudem wird ein Unterschied in der Rechtsprechung zwischen Schweizern und Nicht-Schweizern gemacht, wobei letztere eine Doppelbestrafung (Knast und Ausschaffung) erhalten und auch eine Reintegration in das Sozialleben verweigert wird. Mit dem gestrigen Entscheid wurde eine äusserst undemokratische Machtkonzentration gegen eine Minderheit ausgeübt, die Ungleichheit vor dem Gesetz statuiert und die Pauschalverurteilung, beides à la Scharia, eingeführt.

Noch ist aus der Zustimmung des Stimmvolkes kein Gesetz geworden und der Weg dorthin wird sowohl die Kompetenzen der SVP übersteigen, die von der Justizministerin S. Sommaruga aufgefordert wurden daran mitzuarbeiten, als auch vor der Europäischen Menschenrechtskommission scheitern.

Am Ende wird alles bleiben, wie es ist. That’s Entertainment.

Sonntag, 28. November 2010

Die Kinder der Meerfrau – Konrad Hansen

... mir vorgelesen von Stephan Benson.

Pasteurisiert mit 4 von 5 Sternen. Norddeutsch-dänische Familiensage im 18. Jahrhundert – Ostsee, Goldküste, Westindien, Grönland.
Meerfrau
Als Jugendlicher habe ich Familiensagas gerne gelesen. Ein Highlight in der Rubrik Familiensaga ist natürlich Thomas Manns “Buddenbrooks”. Heute sind mir solche Werke jedoch eher zu langatmig. Lesen würde ich einen derartigen Schinken heute nicht mehr aber ihn zu hören ist was ganz anderes. Da meine Spaziergänge mit dem Hund wegen seines hohen Alters (14 jährig und der älteste im Dorf!) nun eher kurz ausfallen, dauert das Hören eines solchen Buches schon mal 30 Tage. Die Geschichte wird damit zwangsweise in kurze Stücke zerhackt, wodurch ich mich jedesmal wieder neu reindenken muss… vor allem wo ich doch wenigstens immer ca. 3 Bücher parallel lese und ein weiteres Hörbuch parallel im Auto höre... abgesehen auch von den vielen Magazinen (Spiegel, Stern, Cicero, National Geographic, GEO etc.) die ich auch noch lese. Also eine schier überwältigende Flut von Wörtern und Zeilen, die mich noch ausserhalb des Berufslebens (dort lese ich täglich technische Berichte, Offerten, E-Mails etc.) überschwemmt. Ich liiiiebe Lesen!
Nun aber zum Buch. Mir, einem Exilnorddeutschen, hat besonders die Sprache gefallen: sachlich, klar, nicht zu emotionsbeladen und hier und da garniert mit plattdeutschen Ausdrücken. In den Passagen in der Dorschbucht kommen die übliche Fremdenfeindlichkeit, das “Hintenrum dem Pastor zutragen” und die patente Lösungsfindung der Nordlichter zum Ausdruck. Ich fühlte mich gleich wieder zuhause.
Zwei Themen, der Walfang (die Grönlandfahrt) und der Sklavenhandel (von der Goldküste nach Westindien), haben viele Bytes im Hörbuch verschlungen und sind sehr interessant zu hören. Da mein “Moby Dick” schon sehr lange her ist, haben mich die Walfang-Stellen wohl am meisten fasziniert. Die Behandlung der Sklaven und die Gnadenlosigkeit der “Blanken” ist teilweise extrem abstossend beschrieben (wenn auch authentisch, was ich nicht anzweifle). Von mir aus hätte man die ein oder andere Textstelle (z.B. wie man einen afrikanischen König beeindruckt) ruhig auslassen können.
Links
Das Buch bei Amazon
Der Autor bei Wikipedia
Ein Interview mit Konrad Hansen zum Buch
Eine Rezension mit vielen inhaltlichen Hinweisen

Freitag, 26. November 2010

Integration, wer und worin?

In Deutschland debattiert man derzeit über die Integration von Mitbürgern ausländischer Herkunft. Was heisst eigentlich Integration?
Dazu habe ich bei Wikipedia mal nachgeschlagen und komme auf folgende Beschreibung:
"Ausbildung einer Lebens- und Arbeitsgemeinschaft mit einem Einbezug von Menschen, die aus den verschiedensten Gründen von dieser ausgeschlossen (exkludiert) und teilweise in Sondergemeinschaften zusammengefasst waren."

Nun kenne ich als Exildeutscher meine alte Heimat ja recht gut und frage mich daher in welche Lebensgemeinschaft sich Emigranten denn überhaupt integrieren sollen. Die Deutschen haben nämlich, gerade in den Grossstädten, weder grossfamiliäre Bindungen, meistens keinen Freundeskreis, kaum private Kontakte zu Arbeitskollegen, ja selbst im Verein geht man meist nach getanem Sport wieder nach Hause. Politisch ist man selten aktiv, im Konzert, Kino, Theater ist man auch nicht länger als nötig, Feste feiern tut man nur noch seltenst etc...

Dagegen pflegen viele noch-nicht-deutsche Kulturen sehr wohl die Grossfamilie, Kontakte mit Freunden (zu erkennen an Lachen, Musik, Singen... Was die Nachbarn eher stört), Treffen in der Kirche, der Moschee oder zu Grossanlässen, wie Geburt, Hochzeit etc. Hier werden umfangreich soziale Kontakte gepflegt. Diese Gruppen sind sehr offen für die Integration von Excludierten (Hey, komm doch auch dazu, was möchtest Du trinken und essen?) Alte Menschen sind integriert, Kinder sind zahlreich und werden nicht nur geduldet, sondern bevorzugt behandelt.

Bei der deutschen Debatte frage ich mich deshalb, ob es nicht besser wäre, wenn man über die Integration von Deutschen in die ausländischen Kulturen spräche. Der deutsche Fernsehgucker, Internetsurfer, Einsamangler, Kontaktablehner, Nichtteiler, Couch-Potato, Wutrentner o.ä. wäre dann auch nicht mehr so einsam und bräuchte nicht eifersüchtig auf sozial-aktive Migrantenkulturen schauen.

Dienstag, 23. November 2010

Langsames Backup iTunes / iPad

Es hat mich pasteurisierte Stunden gekostet herauszufinden, warum das Backup meines iPads (16GB) mehr als 10 Stunden benötigt.

Schaut man auf dem Computer in den Backup Pfad hinein (C:\Users\UserName\AppData\Roaming\Apple Computer\MobileSync\Backup), findet man im aktuell laufenden Backup Dateien mit der Endung “info”. Diese Dateiendung habe ich dem Editor zugeordnet. In der kleinen 1 kByte grossen Infodatei stehen jede Menge kryptische Zeichen, jedoch auch lesbare Teile, woraus sich eine Zuordnung zur App entnehmen lässt.

Also musste ich feststellen, dass Apps, wie NZZ E-Paper, stern eMag, Der Spiegel, MobileRSSFree, Das Magazin, The World HD etc., tausende von Minidateien produzieren. Hätte ich mein Backup nicht abgebrochen, so wäre wohl etwa 40’000 kleine und kleinste Dateien erzeugt worden. Da dauert schon die Windows Namensgebung länger als das eigentliche Übertragen vom iPad auf den Computer, das übrigens laut Ressourcenmonitor immerhin mit 2.5 Mbit/s ablief.

Nun musste ich die Wahl treffen, welche Apps ich entfernen kann und welche nicht. Die News werden aus RSS-Feeds bezogen, können also neu runtergeladen werden.  FlipBoard und Pulse müssen neu eingerichtet werden. Die letzte Stern Ausgabe ist futsch, glücklicherweise aber schon gelesen. Die Spiegel-Ausgaben lassen sich zurückholen, wenn man sich wieder als Nutzer anmeldet. Auch die NZZ arbeitet ohne Verluste. Die letzte Ausgabe des Magazins hatte ich noch nicht gelesen, die musste also bleiben. In Summe beträgt nach dem Löschen der kritischen Apps das Backup nur noch etwa 15 Minuten.

Das anschliessende Wiederinstallieren kostete mich nochmals etwa 20 Minuten plus 30 Minuten Einrichtung FlipBoard und Pulse. In Summe ein Gewinn, wenn man weiss wie. Puh, da haben die Programmierer der Journale und Zeitungen aber einen Mist programmiert.

iScrobble 4 verträgt sich übrigens nicht mit iOS 4.2.1.

Sonntag, 21. November 2010

Die letzte Initiative

Mist, es hat geblitzt. 12_verkehrsschild_50Aua, und vorher war ein Schild mit 50. Nee, 60 doch, oder? Nein, nein, ich bin ganz sicher 50. Verdammt, dann ham’ sie uns, wegen 10 km/h werden die uns nun ausschaffen, garantiert. Lass uns schnell zur Grenze. Bist du verrückt, die warten da doch nur auf uns, die Blitzer sind bestimmt direkt mit denen verbunden. Ruf die Kinder an, die sollen nachkommen, hoffentlich wird das Telefon noch nicht abgehört. Wir gehen ab hier zu Fuss weiter und schwimmen dann über den Rhein, wenn’s dunkel ist.

Wohin mit dem Hausstand? Was sagen die Kollegen? Das Geld auf der Bank, wer bekommt das? Müssen wir erst Strafe zahlen und verlieren dann bei der Ausschaffung alles andere? Muss nur der Fahrer gehen oder die ganze Familie? Die Flucht über die Grenze ist unsere letzte Initiative.

Samstag, 20. November 2010

Verlorenes Wissen, verbotene Wahrheit – Brian Haughton

Pasteurisiert mit 4 von 5 Sternen – Umfangreiche, neutrale Zusammenstellung der Mysterien unserer Welt.

BrianHaughtonWäre Brian Haughton auch einer von diesen Spinnern, die für alle rätselhaften Bauwerke dieser Welt gleich UFO-Theorien heranziehen, dann hätte ich das Buch nie gekauft. Brian erzählt sehr sachlich über Orte (z.B. Stonehenge, Petra, Osterinseln, Machu Picchu) , Artefakte (z.B. Nazca-Linien, Karte des Piri Reis, Grabtuch von Turin) und Personen (z.B. Robin Hood, Ötzi, Königin von Saba, König Artus). Er beschreibt kurz die Fakten, die gängigen Theorien, den Stand der Forschung und erlaubt sich hin und wieder auch ‘mal eine eigene Meinung, die jedoch nicht aufdringlich erscheint.

In Summe ein leicht lesbares, verständliches Buch, das mir einen umfangreichen Überblick über die interessanten Rätsel verschiedener Überbleibsel untergegangener Kulturen gegeben hat. Also genau so, wie es im Vorwort von Frank Joseph (s. folgendes Zitat) beschrieben wird:

“Nowhere has such a broad collection of diverse information about ancient wonders been assembled. Hidden History…is a comprehensive encyclopedia of the strange and the intriguing, which will be sought out by anyone fascinated with the remote past.”
--
Frank Joseph, editor, Ancient American

Link:
Das Buch bei Amazon
Brian’s Web-Seite

Freitag, 19. November 2010

Vergleich der eReader: Sony PRS-505 vs. iPad

GrössenvergleichWie vor 10 Tagen angekündigt, möchte ich hiermit den ausstehenden Vergleich zwischen den oben genannten Readern ziehen. Rechts ist ein Grössenvergleich.

Was ich an meinem Sony Reader mag: 
- leicht (250 g) wie ein Taschenbuch
- handlich (etwa B6-Format; 175 x 122 x 8 mm), passt in jedes Gepäck
- Bildschirm reflektiert selbst bei stärkster Lichtflut nicht die Bohne
- einfache Bedienung mit einer Hand
- durch das beleuchtete Zusatzcover kann ich im Dunkeln lesen
- schneller Start aus dem Standby-Modus (sofort lesebereit)
- geringer Batterieverbrauch (etwa 1 Buch pro Aufladung)
- völlig ermüdungsfreier Bildschirm

Was ich am Sony Reader nicht mag:
- gekaufte Bücher können nur auf dem Sony Reader oder am registrierten Computer gelesen werden und sind nicht auf das iPad übertragbar
- der Bücherkauf (z.B. bei Thalia) erfolgt am PC, zur Übertragung müssen Reader und PC erst verbunden werden
- nur wenige Bücher kann man vor dem Kauf “anlesen” und das dann auch nur unbequem am PC-Bildschirm
- die Bücher sind nur geringfügig günstiger, als die Papieroriginale (trotz deutlich geringerer Produktions-, Transport- und Vertriebskosten)
- das Umblättern nimmt geringfügig mehr Zeit in Anspruch als beim Lesen eines Buches
- da nur Graustufen abgebildet werden und weil der Bildschirm klein ist (6 Zoll = 15.5 cm Diagonale), lassen sich Journale und Zeitungen nicht auf dem Sony lesen
- kompliziert formatierte Texte (Tabellen, Fotos) werden zum Teil gar nicht oder nicht korrekt dargestellt
- Achtung: die obigen Negativpunkte haben mich vor dem Kauf des iPad nie gestört!

Was ich am iPad mag: NatGeoSeite
- grosser, bunter Bildschirm (9.7 Zoll = 25 cm Diagonale)
- Zeitungen (z.B. NZZ), Journale (z.B. National Geographic, GEO, Das Magazin, Spiegel, Stern) werden erstklassig und mit Mehrwert gegenüber den Papierversionen dargestellt (Beispiel Bild rechts)
- Apps, wie Textunes (grosse Auswahl deutschsprachiger Bücher), bieten die Möglichkeit die ersten 10-40 Seiten einzusehen, bevor man kauft 
- die Bücher verbinden Grafik, Fotos, manchmal Links und Videos und bieten oft Mehrwert; zudem sind die eBücher deutlich günstiger als die Originale
- der Kauf erfolgt online und die Bücher sind sozusagen “over the air” sofort da
- schneller Start, sofort lesebereit
- man kann neben dem Lesen auch noch Notizen machen oder sogar mit Texten arbeiten (z.B. GoodReader) oder Zitate an Freunde oder Tumblr/Twitter weiterleiten, Rezensionen verfassen und absenden, weiterführende Informationen erbrowsen etc...

Was ich am iPad nicht mag:
- sehr, sehr ermüdender Bildschirm, der in der Sonne durch Reflektionen unlesbar wird (siehe Bild unten)iPadReflektionen
- vergleichsweise schwer (680 g, stört nicht wirklich, da sowieso nur beidhändig bedienbar*grins*)
- zum Umblättern benötigt man die zweite Hand (also wie beim Bücherlesen)
- zum reinen Lesen etwas unhandlich (etwa B5; 243 x 190 x 13 mm)
- tägliche bis zweitägliche Aufladung erforderlich (naja, das Teil wird aber auch echt viel genutzt… eigentlich bin ich mit der Batterielaufzeit zufrieden)

Pasteurisiertes Fazit:
Im Reisegepäck wird der Sony nicht fehlen, jedoch wohl nur noch zum Lesen in der prallen Sonne ‘rausgeholt.  Meine Lesezeitverteilung wird etwa 10% Sony, 30% Bücher und 60% iPad ausfallen.

Links:
Pasteurisierte Posts zum Sony PRS-505 (08.08.2009) und zum iPad (09.11.2010)

Dienstag, 16. November 2010

Zehn – Franka Potente

…und auch von ihr vorgelesen.

Pasteurisiert mit 5 von 5 Sternen. Japanische Kultur: mir unbekannt aber authentisch klingend.

ZehnDie Japanische Kultur ist für mich sehr fern. Wenn ich hier und da etwas über das Leben in Japan mitbekommen habe, so hat es nie gereicht mir ein Bild zu machen, geschweige denn eine Meinung oder Vorurteile zu bilden. Allenfalls ist Japan für mich so weit entfernt, dass es mich schlichtweg nie wirklich interessiert hat… und so bin ich auch mehr zufällig und völlig unwissend in diese wunderbare Kurzgeschichtensammlung geraten.

Also habe ich aus diesem Buch von Franka Potente einiges gelernt – immer vorausgesetzt, dass die Bilder und Stimmungen authentisch sind, was ich leider absolut nicht beurteilen kann… da vertraue ich ganz auf Frankas Erfahrungen und Beobachtungen.

So erzählt Franka in ihren Geschichten viel über den stolzen, traditionsbewussten Japaner, für den Ehre viel wichtiger ist als uns Mitteleuropäern, und seinen Spannungen (Verkrampfungen?), wenn im Kontakt mit der modernen Welt.

Geschichten: Der junge Japaner, der sich in eine blonde, grossgewachsene Schwedin verliebt und auf einem Rockkonzert versucht Haltung zu bewahren, während seine Freundin sich impulsiv der Musik hingibt. Die jugendliche Japanerin, die zwischen kalifornischer Lebensart und familiärer Tradition hin und her gerissen ist. Die werdende Mutter, deren Familie bereits Schule und Universität für das ungeborene Kind plant. Der alte Mann, der in Würde sterben will.

Es ist viel Liebe in diesen Geschichten, obwohl sie oft von Disziplin und gesellschaftlichen Zwängen handeln. Besonders amüsant und mit schönem Ende fand ich die Geschichte eines jungen Paares, das dem Chef ein Geschenk zu einer Dinnereinladung mitbringt.

Franka verwendet viele für mich noch exotisch klingende Namen für Orte und Personen, deren Aussprache sich in meinen Ohren wahrhaftig anhört. Ich habe mich dabei ertappt, wie ich einige davon vergeblich versucht habe nachzusprechen.

Links:
Das Hörbuch bei Audible
oder als Buch bei Amazon
Frankas Homepage und bei Wikipedia

Freitag, 12. November 2010

Digitaler Wahnsinn, ich bin total vernetzt.

Wohlwissend, dass ich mich mit diesem Post total blamiere, habe ich mit der unten folgenden Darstellung meine Informations-, Sammel- und Lesesucht wohl dokumentiert. Was also sieht man dort? Nun, mit der popplet-Applikation habe ich alle meine Vernetzungen visualisiert. Angefangen bei der Aufbereitung eigener Inhalte, bis zu den externen Inhalten, lese ich Überschriften, leite weiter, lese detaillierter, sammle, verteile ich alle mir wichtigen Informationen.

Wie der ein oder andere schon bemerkt haben mag, befindet sich in der rechten Seitenspalte dieses Blogs und unter dem Fenster “Label Cloud” eine Linksammlung mit “Lesestoff” (=Books LivingSocial), “Hörstoff” (=Last.fm), “Anschaustoff” (=Flickr), “Besuchstoff” (=Qype) und “Geschichtsstoff” (=Timeglider). Unter diesen Links sammle ich eigene Inhalte (Buchrezensionen, Musikhörstatistiken, Fotosammlungen und Restaurant/Hotel-Rezensionen). Oben in der Seitenspalte bei “Tweet Update” habe ich immer ein Zitat stehen, das ich bei Zitate.net auswähle und dann in die Welt tweete. Der Blog greift sich immer den letzten Tweet ab und schreibt ihn in diesen Blog.

Treffe ich beim Surfen im Internet auf interessante Artikel, lege ich oft ein Lesezeichen bei delicious ab. Zugriff auf meine Lesezeichen gibt es unterhalb meines Profilbildes unter “Meine Bookmarks”. Lange Artikel lese ich gerne in Ruhe auf dem iPad. Dafür verwende ich Instapaper und ReadItLater. Beide Feedreader blenden die unnötigen Seitenschnickschnacks (Werbung, Links) aus und erlauben mir den blanken Text wie ein Buch zu lesen. Bloginhalte und Nachrichten werden automatisch im Google Reader gesammelt (eine Auswahl findet man hier in der Fusszeile). Die neuesten Inhalte werden dort markiert, bis ich sie gelesen habe. Auf dem Computer (Firma oder Zuhause) kann ich mir also einen schnellen Überblick verschaffen, indem ich nur die Überschriften und evtl. die Zusammenfassungen lese. Macht mich der Artikel neugierig, so sende ich ihn per Mouseklick an Instapaper/ReadItLater. Warum zwei Feedreader? Nunja, ReadItLater stellt einige Seiten besser dar (z.B. inkl. Fotos), kann dafür andere aber nicht sauber darstellen (z.B. nzz-Artkel).

Wenn ich das iPad zur Hand habe, schaue ich News, Tweets und Facebooknachrichten im Flipboard an und lege ggf. längere Artikel bei Instapaper ab.
Evernote ist meine Schnipselsammlung für den nicht-öffentlichen, privaten Gebrauch.

 screenshot

Was hier wie eine stundenlange Surferei und ewiges vor-dem-Computer-sitzen aussieht, nimmt dank der Vernetzung täglich nur etwa 10-15 Minuten in Anspruch… also so lange, wie man auch zum Zeitunglesen bräuchte. Dank der Feedreader betrachte ich das Lesen langer Artikel am iPad nicht mehr als Tätigkeit am Computer. Das iPad kann man leicht Ein- und Ausschalten, wodurch es eher einen Buchcharakter (Auf- und Zuschlagen) erhält.

Dienstag, 9. November 2010

Was willst du mit dem iPad, sprich! – Meine Antwort als Nutzer

“Noch wissen weder Verleger noch Leser genau, wie sie Apples magisches Gerät nutzen sollen. Es wäre die Chance für eine Renaissance des Blattmachens.” So lautete es heute bei FAZ.net

Schon lange verwende ich das Internet nur noch zum Lesen (also weder spielen, noch chatten oder sozial networken… brr, was für Wörter)aP6261385

So lese ich z.B. Nachrichten und frage dabei mal unter Wikipedia oder Google Maps ergänzendes Wissen ab. Bücher lese ich entweder in gebundener Form oder als eBook auf dem Sony-Reader. Journale, wie Spiegel, GEO oder National Geographic habe ich bisher in Heftform genossen. Eines meiner Lieblingsjournale “Das Magazin”, mit vielen interessanten Essays und damit so ungefähr das Beste, das die Schweiz im Journalismus zu bieten hat, wurde vor kurzem von der Online-Version auf eine reine iPad-Version umgestellt. Da ich schon seit langem mit dem iPad-Tablet geliebäugelt habe, war die rotzfreche Umstellung des Magazins leider ein wichtiger Kaufaspekt. Ich bedaure aber nichts!

Wie verwandle ich also meinen iPad in den Alleskönner, mit dem ich mittlerweile mehr Freizeit verbringe, als mit meinem Lieblingshund (s. oben)?

Wie schneidet der iPad im Vergleich zum Sony eReader ab? Darüber werde ich in einem der folgenden Posts berichten.

Was kann der iPad und was kann er nicht? Hierzu habe ich folgende Tabelle mit der app “Notify” erstellt:

Ideen

Unten habe ich einen Screenshot (durch gleichzeitiges Drücken des Ein/Aus-Knopfes und der Home-Taste) meiner iPad-Startseite gemacht. Die Skype Funktion wird erst mit dem iOS 4.2 interessant. CalenGoo greift auf den Google Kalender zurück und erlaubt mir farblich unterschiedliche Kalender anzulegen (z.B. Projekt 1, 2, 3 und Privat). Toodledo sortiert meine Aufgaben automatisch nach Wichtigkeit. Mit MomoNote führe ich für alle wichtigen Gesprächsergebnisse, Entscheidungen, Vereinbarungen etc. Tagebuch (das ersetzt das gute Gedächtnis meiner Frau, die sonst genau weiss, wann ich was gesagt habe). Mit Evernote synchronisiere ich jede Art von Schnipsel (Notizen, Bilder, Links) zwischen Zuhause und Firma. Danach folgen die Lese-Sektionen: Neue Züricher Zeitung (keine Share Funktion! Kostenpflichtiges Abo!), Das Magazin, National Geographic und das GEO Magazin. Im Flipboard überfliege ich schnell alle Nachrichten (Spiegel, Tagesschau, Stern, FAZ, NZZ, die Lieblingsblogs, Facebook und Twitter… hört sich viel an ist aber nur eine Sache von weniger als 5 Minuten) und wähle die interessantesten zum späteren Lesen unter Instapaper aus. Artikel, die mir Kollegen bei der Arbeit empfohlen haben kann ich per ReadItLater lesen. PDF’s (eBooks, Comics, Web-Dokumente) lese ich mit dem GoodReader, der mir auch eine Dokumentenbearbeitung (Markieren, Notizen erstellen) erlaubt. Mit dem FlickrStackr kann ich in den neuesten Bildern meiner Kontakte stöbern. Textunes bietet viele deutschsprachige eBooks an, darunter auch multimediale Bücher (z.B. Albert Einstein). Im Stanza lese ich eBooks im epub-Format, die ich mir teils mit Calibre vorher konvertieren musste.

In der Schnellstartleiste habe ich meine Last.fm (iScrobble) Anwendung, die auch erst mit dem iOS-update seine wirkliche Funktionalität erhält. UYH Gold ist ein Notizprogramm für kleine handgeschriebene Memos (leider nicht synchronisierbar). Das WritePad ist eine Texterkennungsanwendung für längere Texte (z.B. E-Mails). Notify ist eine Notizbuchanwendung, in der ich z.B. Bilderkollektionen anlege, kommentiere und als PDF anderen zur Verfügung stellen kann. Der m48-Taschenrechner entspricht dem hp 48G Modell in voller Funktionalität.

Foto (3)

FotoFoto (1)Foto (2) 

NZZ app                                 Flipboard: tagesschau und Blog       

 Foto (4)Foto (5)Foto (6)

The World HD, die beste Atlas Anwendung und die einzige, die eine vernünftige Auflösung hat.

… und wenn ich euch jetzt noch erzähle, dass das Lesen und Arbeiten mit dem iPad wirklich Spass bringt, wollt ihr so ein Teil bestimmt auch sofort haben ;-)

Nun aber noch ein paar Nachteile:

  • Wenn ich längere Zeit auf den iPad-Bildschirm geschaut habe, bekomme ich Probleme in die Ferne zu fokussieren. Der Bildschirm strengt die Augen sehr an. Ein eBook Reader (z.B. Sony) mit e-Ink hat dieses Problem noch nicht bei mir verursacht. Vermutlich wird’s gegen Apple in den Staaten bald ‘ne Sammelklage geben. Spätestens, wenn der erste Nutzer einen Verkehrsunfall baut, weil ihm der Fokus fehlte.
  • Logischerweise muss man den Bildschirm hin und wieder putzen, da man ja pausenlos mit dem Finger drauf rumschmiert. Eine Nano-Beschichtung wäre hier sinnvoll, oder?
  • Mit jedem Journal kann man mehrfach Fliegen totschlagen. Mit dem iPad wenigstens einmal.
  • Die Tastatur ist etwas gewöhnungsbedürftig. Umlaute bremsen den Schreibfluss.
  • Leider hat der iPad keine Kamera. Die wäre zum Scannen von Dokumenten und für Videotelefonie interessant. Nunja, man kann nicht alles haben und Apple will ja zukünftig auch noch mit ein paar weiteren Modellen Geld verdienen.

Freitag, 5. November 2010

Heutiges Meeting (das war wirklich so!)

Sales: Wir fordern NULL, ohne Einschränkungen
Engineering: Null was?
Sales: Woher soll ich das wissen, frag doch Quality.