Dienstag, 30. August 2011

Der grosse Gatsby - Francis Scott Fitzgerald

… vorgelesen von Burghart Klaussner.

Pasteurisiert mit 5 von 5 Sternen. Dekadenter Reichtum in den Zwanzigern und doch ein moralischer Lichtblick.

GatsbyWarum nicht auch einmal einen amerikanischen Klassiker lesen. Immer mal wieder hörte ich von diesem Buch. Eine Vorstellung über den Inhalt hatte ich bisher jedoch nicht. Wenn man bei Audible noch Guthaben hat, jedoch viel zu viel zu lesen unterm Stubentisch (ja, dort sammle ich stapelweise Bücher, weil die Regale voll sind), wird man experimentierfreudig… oder man gibt das Abo auf. Ich habe mich für ersteres entschieden.

FScottFitzgerald

Nach den ersten Hörminuten habe ich beinahe Ekelgefühle für das langweilige, gelangweilte Milieu entwickelt, in dem der Protagonist seine Freizeit verbringt. Geld stinkt vielleicht nicht, aber es lässt die Besitzer wohl verfaulen. Jedoch, es gibt einen Lichtblick - Gatsby. Er ist nicht wirklich besser, - nur im Vergleich zu den anderen scheint es so.

BKlaussner

Ein überraschendes Buch, das mir viel Spass bereitet hat, vielleicht gerade weil die beschriebene dekadente Gesellschaft so abstossend gefühllos und kalt ist. Komischerweise ist mir als Analogie zu Gatsby keine Person, sondern die USA als Staat an sich eingefallen. Die Partygesellschaft besteht dabei aus den Nutzniessern einer intakten Wirtschaft.

Wie auch immer, das Hörbuch ist ein sprachlicher Hörgenuss. Ich kenne natürlich jetzt nur diese eine Übersetzung, die scheint jedoch sehr gelungen. Burghart Klaussner (Solar, Schuld) ist ein exzellenter Sprecher. Die Story ist tief und gut.

Links:
Das Hörbuch bei Audible und das Buch bei Amazon
Der Wiki-Eintrag zum Buch, zum Autor und zum Sprecher
Zum Bild des Autors (rechts) und des Sprechers (links)

Samstag, 27. August 2011

Stolz und Vorurteil - Jane Austen

… vorgelesen von Eva Mattes.

Pasteurisiert mit 5 von 5 Sternen. Gesellschaftliche Regeln und Kommunikationsprobleme zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

StolzVorurteil

Wahrscheinlich bin ich der letzte in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, der "Stolz und Vorurteil" zu sich genommen hat. Meine Vorurteile gegen Frauenromane und mein Stolz, es mit klassischer Literatur zu probieren, hätten mich beinahe um einen höchst erfreulichen Hörgenuss gebracht. Die Kombination aus der teils gestelzten, jedoch präzisen Sprache der Übersetzung und dem lebendigen, authentischen Vortrag von Eva Mattes hat mir soviel Freude gebracht, wie lange kein Hörbuch mehr.

Jane Austen

Mag die Story auch etwas trivial erscheinen (Mädchen verlieben sich über ihren Stand hinaus), so ist es Jane Austen perfekt gelungen daraus eine absolut mitreissende Geschichte zu spinnen. Schon in den ersten paar Minuten skizziert Jane Austen die Charaktere der fünf Bennet Schwestern und ihrer Eltern so schnell, dass man sie umgehend vor Augen hat und ins Geschehen eintaucht. Man lernt den arroganten Darcy hassen und den schleimigen Collins verachten. Man bangt mit den jungen Mädchen mit und lacht und ärgert sich über die einfältige Mutter. Elizabeth, die intelligente und schlagfertige Protagonistin des Hörbuches, analysiert, interpretiert und kontrolliert die Handlung in sympathischer Weise. Am Ende schämt man sich sogar gemeinsam mit ihr und hofft auf wenigstens ein Happy End.

EvaMattes

Dieses Buch hat mich in jeder Hinsicht, emotionell und intellektuell, angesprochen. Ich muss jedoch gestehen, dass mir das Buch als Jugendlicher absolut nicht gefallen hätte. Die Kritiken von Lesern, die als junge Schüler mit diesem Buch gequält wurden, kann ich nur zu gut verstehen und appelliere an die Lehrer: lasst eure Schüler das Buch selbst entdecken und verderbt ihnen nicht die Freude an Literatur, vor der Zeit. Nun, mit etwas Lebenserfahrung habe ich so viele Personen in dem Buch wiedererkannt, wofür ich früher blind gewesen wäre. Mit Sicherheit werde ich noch das eine oder andere Werk von Jane Austen lesen und empfehle dieses Buch als Roman und auch das Hörbuch, gelesen von Eva Mattes, wärmstens weiter.

Links:
Bilder der Autorin (rechts oben) und der Sprecherin (links unten)
Das Hörbuch bei Audible
Wikieinträge zur Autorin Jane Austen und zur Sprecherin Eva Mattes

Sonntag, 7. August 2011

Wie man die Welt regiert - Parag Khanna

Pasteurisiert mit 5 von 5 Sternen. Selbsthilfe und Selbstorganisation der Menschen unserer Welt lassen einen hoffen, dass die Fehler der Regierungen ausgeglichen werden.

Wie man die Welt regiert

War es nicht immer schon so, dass grosse Firmen nur deshalb funktionieren, weil die Menschen sich mit gesundem Menschenverstand über bürokratische Regeln hinwegsetzen, ihre Vorgesetzten umgehen und handeln bzw. selbstständig Entscheidungen treffen?
Gemäss Parat Khanna läuft das genauso auch im grossen Stil in der Welt so ab.

Das Buch ist sehr dynamisch und mitreissend geschrieben, steckt voller interessanter Informationen und lädt regelrecht ein, den Beruf an den Nagel zu hängen und als Diplomat in die Welt zu ziehen, um etwas zu verändern. Mir kam es vor, als würde ich einem (exzellenten) Redner zuhören und nicht ein Sachbuch lesen. Parag strahlt dabei einen Optimismus und eine Zuversicht aus, die mitreissend ist. Nach meiner letzten Literatur "Wer regiert die Welt" (Ian Morris) war ich etwas bedrückt über unsere globalen Zukunftsaussichten. Hans Küng's Versuch einen Weltethos zu definieren (Anständig wirtschaften) erscheint zwar absolut notwendig, ist jedoch nur ein Teilaspekt zur Lösung der globalen Nöte. Parag Khanna gibt einen guten Überblick über die vielen Bestrebungen und Teilerfolge von nichtstaatlichen Organisationen, Konzernen, einzelnen Personen oder internationalen Organisationen (er spricht von Dotcom's, Dotgov's und Dotorg's) und gibt dabei einen guten Überblick, wo die Welt heute eigentlich steht mit all den Katastrophen, Hungersnöten, Bombenbastlern, Grenzkonflikten, Bürgerkriegen, Wasserknappheit, Klimawandel etc.

Parag Khanna

Die Zusammenarbeit obiger Gruppen ausserhalb der traditionellen zwischenstaatlichen Diplomatie nennt Parag dann Mega-Diplomatie (Zitat: "Mega Diplomatie ist der Triumph minilateraler Handlungen über eine multilaterale Erstarrung") und weiter  erkennt er die Notwendigkeit einer Mega-Diplomatie, denn (Zitat) "Wenn man nicht am Tisch sitzt, dann steht man auf der Speisekarte" - ist eine der Einsichten, die uns alle auffordern sollte uns international zu engagieren.

Ein Schlüsselabsatz war für mich die Beurteilung der ungeduldigen Generation Y (Baujahr etwa 1975-1995), die mit Smartphones und Facebook Autokraten nervös macht und die (Zitat) "…instinktiv für eine Ausweitung des internationalen Handelns, für schnellere Kommunikationsverbindungen, für mehr Einwanderung und für multiple Identitäten..." ist und sich (Zitat) "bekennt … zu postmaterialistischen Werten wie Gleichheit und Umweltschutz".

Sehr gut gefallen hat mir auch die Sichtweise zur Europäischen Union, die viel Geld in "Kohäsionsfonds" steckt, um den Lebensstandard ärmerer Regionen anzuheben und somit (Zitat) "...mittelalterliche Ungleichheit in postmoderne Solidarität verwandelt."

Und das Schöne ist: das alles passiert schon! …trotz Republikanern, Rechtspopulisten, Separatisten, Faschisten, Nationalisten, Militaristen, Fundamentalisten oder wie auch immer.

Am Ende hat dieses Buch viele Fragen beantwortet, die sich nach dem Lesen von Ian Morris' "Wer regiert die Welt" aufgetan haben, und stellt damit eine Bereicherung meiner bescheidenen Bibliothek dar.

Links:
Das Buch bei Amazon und das eBook bei Thalia
Negative Rezension in der Frankfurter Rundschau und Autorenbild
Der Wikipedia-Eintrag zum Autor
Homepage des Autors

Dienstag, 2. August 2011

Mac's Flare App mit eigenen Texturen erweitern

Die Application Flare verwende ich sehr gerne, um Fotos mit schnellen Hilfsmitteln stimmungsvoll zu gestalten. Die Hintergrundtexturen haben es mir besonders angetan. Nur würde ich gerne auf mehr Texturen zurückgreifen können bzw. eigene einbinden. Selbstverständlich geht das mit jeder anderen Bildbearbeitungssoftware, die Layer beherrscht, genauso gut. Flare ist jedoch sehr einfach in der Bedienung und da lohnt es sich schon einmal neue Texturen etc. einzubinden.

Die erforderlichen Schritte zum Einbinden weiterer Texturen sind im folgenden aufgeführt:

  • Lege eine Kopie der "Flare.app" an. Du findest die Datei im Programme-Ordner.Screenshot 06
  • Rechtsklicke auf die neue "Flare Kopie.app" und wähle "Paketinhalt zeigen"
  • UntitledÖffne unter "Contents/Ressources" die Datei "textures.plist"
  • Ergänze dort die folgenden Codezeilen vor dem letzten <dict>-Block, wobei der Filename "Test Fractal03" im Code durch den Basisdateinamen Deiner Textur ersetzt werden muss. Die "tags" habe ich hier auf "Chaos" gesetzt und den "name" auf "Fractal". Es scheint wichtig zu sein, dass der "mode" auf -1 gesetzt ist, weil möglicherweise Mode 2 das Datenbankende angibt.

Ergänzungscode:

<dict>
<key>tags</key><array> <string>chaos</string> </array>
<key>name</key> <string>Fractal</string>
<key>filename</key> <string>Test Fractal03</string>
<key>mode</key> <integer>-1</integer>
</dict>

  • Als letzten Schritt habe ich noch die drei Bilddateien, die Basisdatei "Test Fractal03.jpg" und die zwei mit den Namensergänzungen "_medium" (mittelgross) und "_thumb" (klein) in das Ressourcen-Verzeichnis gelegt.

Fertig! Nun öffne ich statt Flare.app die Flare Kopie.app und habe meine Texture griffbereit.