Sonntag, 2. November 2014

Funny Girl - Anthony McCarten

Pasteurisiert mit 4 von 5 Sternen. Es lebe die Redefreiheit!

McCarten zählt seit Englischer Harem und Superhero zu meinen Lieblingsautoren und hat mich mit Funny Girl nicht enttäuscht.

Das Buch spielt im heutigen London. Die jungerwachsene Protagonistin Azime lebt, da noch unverheiratet, dort bei ihrer kurdischstämmigen, muslimischen Familie. McCarten erzählt über das Umfeld Azimes, den Tod einer ihrer Klassenkolleginnen, die Comedykurse ihres Freundes, Eheprobleme einer guten Freundin, das Erwachsenwerden ihrer Geschwister und natürlich Ihre eigenen Bemühungen ihrem Leben Sinn zu geben und der Langeweile im Geschäft ihres Vaters zu entkommen.

Die intelligente, sprachgewandte Azime macht dabei viele Entdeckungen und bekommt Einsichten, die sie anderen humorvoll mitteilen kann. Der Umgang mit Situationskomik, wo viele Menschen nicht einmal die Komik erkennen würden, macht Azime so liebenswert attraktiv.

McCarten lässt sie dabei auch jede Menge Witze erzählen, die ich zum Teil kannte, aber das zähle ich einfach zur allgemeinen Stimmungsbeschreibung des Buches.

Funny Girl hat nur 4 von 5 Sterne in meiner persönlichen Skala erhalten, da es mich nicht vollständig fesseln konnte und teilweise zugunsten anderer Bücher beiseite gelegt wurde.

Samstag, 25. Oktober 2014

Ecopop – …mir kommen die Tränen

Im Rahmen der täglichen Altpapierzustellung haben wir vor Kurzem ein mehrseitiges Blatt der Ecopop Befürworter erhalten, von denen ich mich hiermit ausdrücklich distanziere. Als in der Schweiz ansässiger Steuerzahler schäme ich mich für diese Form rechtspopulistischer Propaganda.

Als Mitarbeiter in der Baustoffbranche bin ich sogar für ein Zubetonieren der Schweiz. Das sicherte meinen Arbeitsplatz und gäbe regelmässige Gehaltsanpassungen. Ferner hege ich keine Abneigungen oder Vorurteile gegenüber Tauben und Blinden. Allenfalls würden mich ignorante Politiker verunsichern.Ecopop

Schaut man sich das Ecopop Blatt etwas näher an, so findet man Unmengen an Meinungen, bei denen unsere Gesellschaft stolz sein darf, dass sie überhaupt verbreitet werden dürfen. Beim nördlichen Nachbarn wären sie wegen Volksverhetzung ziemlich bald gerichtlich abgewürgt.

 

Lassen wir doch die Befürworter selbst beschreiben, welche Ängste sie plagen.

Ecopop3  Ecopop4

Reif für die Couch, oder? Das Gefährliche an diesen Menschen ist, dass sie Zusammenhänge herstellen, die nicht existieren oder bereits widerlegt sind, jedoch Ängste hervorrufen und Zustimmung zu ihren Plänen erzeugen könnten.

Was aber sind ihre genauen Pläne? In den Gesetzesvorlagen findet man dann das wahre Motiv.

Ecopop5 Ecopop6

Ja, richtig gelesen! Tatsächlich geht es um den versteckten Weg endlich aus den, für die Gegner der europäischen Gemeinschaft leidigen, Völkerverträgen ausscheren zu können. Es handelt sich also wieder nur um rechtspopulistisches Gedankengut.

Alle obigen Ausschnitte sind dem Propagandablatt entnommen.

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Sternstunden der Menschheit - Stefan Zweig

Pasteurisiert mit 5 von 5 Sternen. Lebhafte, spannende, mitreissende Erzählungen.

Um für den Urlaub gerüstet zu sein, hatte ich mir noch schnell drei Bücher auf den iPad geladen. Darunter auch Stefan Zweigs "Sternstunden der Menschheit" (zu spät habe ich gesehen, dass es auch eine kostenlose Variante gibt). Nachdem ich mich mit Goethes "Faust II" einfach nicht anfreunden konnte (ich fand seinen Faust schon fürchterlich, dachte aber, dass Faust II besser würde), griff ich zum nächsten Buch meiner E-Bibliothek, Zweigs Sternstunden.

Das war ja eine Überraschung! Stefan Zweigs Stil trifft in diesem Buch exakt... ja exakt!... meine Lesewünsche. Ach, wenn doch nur alle Autoren so schreiben könnten.

Stefan Zweig schreibt so mitreissend, dass ich mich plötzlich mitten in der Kammer Händels fühlte oder direkt im Getümmel der Schlacht um Byzanz. Ob nun bei den letzten Monaten Ciceros (hochaktuell durch die derzeitigen weltweiten Probleme mit Separatisten und Terroristen) oder Tolstois, immer war es spannend, die historischen Momente hautnah zu erleben.

Allein Zweigs Wahl der weltgeschichtlichen Momente, vermittelt mir seine sehr sympathische Lebenssicht. Die Formulierungen sprechen mir zum Teil aus der Seele.
(Ausnahme: Dass der 74jährige Goethe noch um die Hand einer 19jährigen anhielt, schlägt dem Fass den Boden aus - dieser Pädo! wie man ja aus Faust eigentlich schon hätte wissen müssen)

Die Geschichten vom Versagen Grouchys bei Waterloo, des heldenhaften Scheiterns Scotts am Südpol (hier lohnt sich insbesondere die Charakterisierung Scotts zu Beginn des Kapitels) und des Schweizers Johann August Suters im Gold Rush, lesen sich so lebhaft, wie es von Abenteuergeschichten erwartet wird - nur noch besser.

Vierzehn Geschichten - und schade, schon zu Ende.
Glücklicherweise gibt es ganz viel eBooks von Stefan Zweig auf Amazon zum kostenlosen Download. Vielleicht werde ich ja bald ein Zweig-Fan sein.

Links
Das Bild des Autors und das eBook-CoverDie Wikipedia-Seiten zum Buch und zum AutorDie kostenlose eBook-Variante

Montag, 15. September 2014

Traumatisiert

Fragt sich nur wer?

Samstag nachmittag auf der Terasse mit Kaffeebecher, Pfeife, dem neuesten Buch "Funny Girl" von Anthony McCarten bewaffnet, habe ich es mir nach langem Shoppingvormittag endlich auf der Terrasse bequem gemacht.

Da sehe ich eine Bewegung im Blumentopf neben mir. Dort hangelt sich eine wunderschön gruselige, dicke Spinne von einem Ast herab. Nunja, ich lass dich in Ruhe und du mich, oder?

Mit einem Auge im Buch, mit dem anderen auf die Spinne im Blickwinkel gerichtet, versuche ich ruhig weiterzulesen.

Es gibt keine Ruhe!

Wo ist sie hin? Sie ist weg...

Was für eine Sorte war das eigentlich? Ist das eine einheimische Spinne oder kommt die etwa aus Übersee? Vielleicht sogar giftig? Das iPad weiss Bescheid, es ist eine weibliche Wespenspinne, etwa 20 mm im Körperdurchmesser. Die Männchen sind nur 6 mm im Durchmesser, uff.

... Und da kommt sie auch schon auf mich zugekrochen. Warum gerade in meine Richtung, bäh. Schnell noch ein Foto geschossen und dann die Fliegenpatsche geholt. Aber halt, ihr fehlen ja zwei Beine (im Bild oben habe ich eines hinzugedichtet)... das muss ich mir vor Ekel bebend näher anschauen. Tatsächlich! Ein Veteran? Oder von ihrem Männchen angeknabbert, bevor die alte Kannibalin den Partner verspeiste?

Wo mögen wohl ihre Kokons mit dem Nachwuchs stecken. Mir gruselt.

Vorsichtig, um mich nicht zu verletzen, hebe ich sie mit der Patsche vom Boden auf und werfe sie (lebend) in die nahen Büsche.

Seitdem kribbelt und krabbelt es am ganzen Körper, wenn ich draussen meine Pfeife rauche. Ja, ich bin arachnophob! Spätestens jetzt.

Schaut mal hier unter Wiki, was für ein schönes interessantes Tier.

Wahrscheinlich ist das arme Viech jetzt echt traumatisiert und traut sich nicht mehr in meine Nähe... hoffe ich...

 

Sonntag, 7. September 2014

Die Mücke

Warum eigentlich summt die Mücke? Wenn sie leise wäre und nicht summte, würde man sie nicht hören und sie könnte in aller Ruhe ihr Blut saugen, ohne Gefahr zu laufen erschlagen zu werden.

Aber sie summt!


In einem Gedankenexperiment habe ich nun versucht die Mücke zu verstehen und jetzt ist mir das eigentlich klar.

Sie summt, weil sie sich freut! Es ist eigentlich ganz einfach.

Stell dir vor, du hättest so richtig Hunger und suchst dich halb blöd nach etwas zu stechen. Dann siehst du plötzlich so ein dünnhäutiges Wesen. Was für eine Freude! Du könntest zu singen anfangen oder laut lachen... oder eben laut summen.

Einfach so, vor Freude.

Die Mücke, diese freche, summt aus purer Freude!

Das Foto zur Mücke

Samstag, 6. September 2014

City

Heute war ein langer Tag. Von Muckibude über Shopping, Hundespaziergang bis hin zum Malen bei einem Hörbuch, habe ich so mehr oder weniger meine gesamte Freizeitpalette durchgespielt. Während die anderen Aktivitäten eher vergänglich sind, ist mir von heute ein kleines Bild geblieben.

 

Muckibude

Auweia, nun habe ich mir ja was eingebrockt... eigentlich etwas Gutes.

Sohnemann geht seit einigen Wochen in die Muckibude (für Nichtumgangssprachler auch Fitnesscenter genannt) und ist total begeistert.

Nachdem ich mal so nebenbei mein Idealgewicht durch einfache Ernährungsweise zurückerlangt habe - also 11 kg abgenommen habe - bin ich probeweise mal mit Sohnemann in die Muckibude gegangen.

Dort hat mich überzeugt, dass es Trainer gibt, die ein Programm erstellen, und Maschinen, die die Übungen überwachen. Es kann also gar nichts schief gehen und ich fühle mich nicht alleingelassen.

Tja, und jetzt bin ich auch dabei. Ich lach mich schlapp! Nun hab ich es 20 Jahre ohne Sport ausgehalten und fange nun doch wieder an. Ich werde alt.

Link zum Foto

 

Sonntag, 31. August 2014

Die Robo Ritter

Da ist also wieder ein neues Bild von mir gemalt. Was heisst das? Richtig, Regenwetter!

Das schlechte Wetter verleitet natürlich auch zum Lesen. Morgens bei der Pfeife und dem Kaffee sehe ich meinen RSS Feed durch und stosse dabei auf die Meldung der Sonntagszeitung "Nazi-Vergleich: Eklat zwischen SVP und BDP". Dort wird bei der SVP eine "braune Tendenz" angekreidet. Ha, wieso Tendenz? Die vielen menschenfeindlichen Initiativen und die Propagande, die bei den einfachen Leuten soviel Ängste schüren, kann man wohl kaum noch als "Tendenz" bezeichnen, oder?

Es wird wirklich Zeit, dass sich die Schweizer von diesen Mobbingattacken der SVP gegen die Menschen- und Völkerrechte distanzieren, sonst glaubt die SVP noch, sie wäre mit ihrem perversen Sadismus noch im Recht.

Freitag, 22. August 2014

Das Geheimnis der Hebamme - Sabine Ebert

....vorgelesen von Julia Fischer.

Pasteurisiert mit 2 von 5 Sternen. Rohlinge misshandeln wehrlose Menschen.


Ein seichtes Hörbuch, gerade noch annehmbar zum Autofahren. Als Buch hätte ich es schon nach dem ersten Kapitel beiseitegelegt. Bei Hörbüchern bin ich wohl etwas toleranter, da die Zeit im Auto sowieso verloren ist.
Möglicherweise hat das Buch einen gut recherchierten historischen Kontext, den ich leider nicht beurteilen kann. Was ich aber beurteilen kann, sind die Gefühle, die ich beim Zuhören hatte... und die gingen von Spannung über Ekel bis zu Erstaunen und Mitleid mit heutigen Autoren.
Muss das denn wirklich sein? Sex and Drugs and Rock'n'Roll im Mittelalter. Will das die Masse lesen?

Die Story ist platt. Die Szenen von Vergewaltigung, Mord und Totschlag, Willkür und Primitivität sind das letzte, das ich lesen oder hören möchte. Warum wird sowas geschrieben? Was hätte Freud dazu gesagt?
Wie gut, das es nun vorbei ist und ich das nächste, hoffentlich bessere, Hörbuch einschalten kann.
Links
Das Bild der Autorin
Das Hörbuch bei Audible
Der Wiki-Artikel zum Christiansdorf
Die alte Karte bei Wikipedia (nicht eingenordet)

Sonntag, 17. August 2014

Gepinselt am Morgen und dann die Qual der Wahl

Nachdem ich pfeiferauchend das Buch von Paasilinna beendet habe, fing ich kritzelnd und musikhörend an, ein wenig zu malen.

Jetzt stehe ich vor der Auswahl, ob ich einen Roman, ein Sachbuch oder etwas Lustiges zu lesen beginnen soll. Zur Auswahl stehen derzeit folgende Bücher:

  • Ralf Isau - Minik
  • Wolf Schneider - Der Mensch
  • Ian Morris - Krieg
  • Verschiedene Autoren - Früher war mehr Strand
  • Dan Simmons - Der Berg oder
  • Anthony McCarten - funny girl

Die Zahl der ungelesenen Bücher ist so gross... und wieder habe ich die Qual der Wahl. Mein Sohn würde sagen: "First World Problem".

 

Der Mann mit den schönen Füssen - Arto Paasilinna

Pasteurisiert mit 3 von 5 Sternen. Unkomplizierter Humor.

Das Hörbuch "Die Giftköchin" hatte ich sehr genossen und als mir Artos Buch "Der Mann mit den schönen Füssen" im Buchladen begegnete, konnte ich es fast nicht erwarten endlich loszulesen.

Leider bin ich etwas enttäuscht. Was zuerst aussah wie ein Buch, das ich innert eines Tages verschlingen könnte, musste ich mich später immer wieder aufraffen überhaupt weiterzulesen.
Schade, diesmal hat mir der Humor nicht besonders gefallen.

Allerdings halte ich Arto Paasilinna zugute, dass mir jegliche Kenntnisse über Finnland fehlen, mir Vorurteile unbekannt sind und ich somit tiefsinnige Anspielungen nicht verstehen kann. Es fühlt sich an, als würde ein Finne die Nuancen verstehen können... nur ich halt nicht.

Worum gehts in der Geschichte? Ein finnischer Reeder gerät zufällig in eine grosse Erpressergeschichte, in der es vor schrägen Gestalten nur so wimmelt.
Links:
Das Foto Paasilinnas
Die Buchvorderseite

Freitag, 25. Juli 2014

Blasenberge

Blasenberge2In einer fernen Landschaft, vielleicht in M87, steigen Raketen aus den Blasenbergen. Wird hier etwas gefeiert oder bekriegen sich auch hier unversöhnliche Parteien? Woher kommen die Blasen? Sind es Sprechblasen mit halbherzigen Versprechungen auf Frieden oder Wohlstand? Vielleicht auch Sprechblasen der Unvernunft und des Aberglaubens? Stürzen letztendlich die Blasen zusammen und begraben alle die denken, dass sie gewinnen können, unter sich?

Unsere Welt versinkt hier in Raffgier und dort in Obskurantismus. Die letzten Sprechblasen platzen, doch wenige erkennen das Offensichtliche. Auf unserer Welt wird wieder der rücksichtslose Muskelprotz gewinnen und der Intellekt ausgetrieben. Schade.

Hä, wie bin ich denn heute drauf?

Sonntag, 20. Juli 2014

Warten auf die Sonne - ein Blogsy Test

Der Wetterbericht hat mal wieder Recht gehabt... es regnet.

Was macht man an solch einem Tag?

Ich lese Alice Munro "Himmel und Hölle" oder male ein wenig, während ich Perry Rhodan höre. Zwischendurch versorgt mich meine liebe Ehefrau mit Nahrung und gleich wollen wir gemeinsam eine DVD anschauen.

Naja, irgendwie kriegen wir den Tag schon rum... und irgendwann hört der Regen auch wieder auf.

 

 

Ach ja, warum hatte ich eigentlich so eine lange Bloggerpause?

Die Hauptgründe waren meine vielen neuen Hobbies im Bereich Digital Art, jedoch auch das fehlende Bloggerwerkzeug auf dem Mac. Vielleicht habe ich mit Blogsy für den iPad ja endlich wieder mehr Laune.