Samstag, 25. Oktober 2014

Ecopop – …mir kommen die Tränen

Im Rahmen der täglichen Altpapierzustellung haben wir vor Kurzem ein mehrseitiges Blatt der Ecopop Befürworter erhalten, von denen ich mich hiermit ausdrücklich distanziere. Als in der Schweiz ansässiger Steuerzahler schäme ich mich für diese Form rechtspopulistischer Propaganda.

Als Mitarbeiter in der Baustoffbranche bin ich sogar für ein Zubetonieren der Schweiz. Das sicherte meinen Arbeitsplatz und gäbe regelmässige Gehaltsanpassungen. Ferner hege ich keine Abneigungen oder Vorurteile gegenüber Tauben und Blinden. Allenfalls würden mich ignorante Politiker verunsichern.Ecopop

Schaut man sich das Ecopop Blatt etwas näher an, so findet man Unmengen an Meinungen, bei denen unsere Gesellschaft stolz sein darf, dass sie überhaupt verbreitet werden dürfen. Beim nördlichen Nachbarn wären sie wegen Volksverhetzung ziemlich bald gerichtlich abgewürgt.

 

Lassen wir doch die Befürworter selbst beschreiben, welche Ängste sie plagen.

Ecopop3  Ecopop4

Reif für die Couch, oder? Das Gefährliche an diesen Menschen ist, dass sie Zusammenhänge herstellen, die nicht existieren oder bereits widerlegt sind, jedoch Ängste hervorrufen und Zustimmung zu ihren Plänen erzeugen könnten.

Was aber sind ihre genauen Pläne? In den Gesetzesvorlagen findet man dann das wahre Motiv.

Ecopop5 Ecopop6

Ja, richtig gelesen! Tatsächlich geht es um den versteckten Weg endlich aus den, für die Gegner der europäischen Gemeinschaft leidigen, Völkerverträgen ausscheren zu können. Es handelt sich also wieder nur um rechtspopulistisches Gedankengut.

Alle obigen Ausschnitte sind dem Propagandablatt entnommen.

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Sternstunden der Menschheit - Stefan Zweig

Pasteurisiert mit 5 von 5 Sternen. Lebhafte, spannende, mitreissende Erzählungen.

Um für den Urlaub gerüstet zu sein, hatte ich mir noch schnell drei Bücher auf den iPad geladen. Darunter auch Stefan Zweigs "Sternstunden der Menschheit" (zu spät habe ich gesehen, dass es auch eine kostenlose Variante gibt). Nachdem ich mich mit Goethes "Faust II" einfach nicht anfreunden konnte (ich fand seinen Faust schon fürchterlich, dachte aber, dass Faust II besser würde), griff ich zum nächsten Buch meiner E-Bibliothek, Zweigs Sternstunden.

Das war ja eine Überraschung! Stefan Zweigs Stil trifft in diesem Buch exakt... ja exakt!... meine Lesewünsche. Ach, wenn doch nur alle Autoren so schreiben könnten.

Stefan Zweig schreibt so mitreissend, dass ich mich plötzlich mitten in der Kammer Händels fühlte oder direkt im Getümmel der Schlacht um Byzanz. Ob nun bei den letzten Monaten Ciceros (hochaktuell durch die derzeitigen weltweiten Probleme mit Separatisten und Terroristen) oder Tolstois, immer war es spannend, die historischen Momente hautnah zu erleben.

Allein Zweigs Wahl der weltgeschichtlichen Momente, vermittelt mir seine sehr sympathische Lebenssicht. Die Formulierungen sprechen mir zum Teil aus der Seele.
(Ausnahme: Dass der 74jährige Goethe noch um die Hand einer 19jährigen anhielt, schlägt dem Fass den Boden aus - dieser Pädo! wie man ja aus Faust eigentlich schon hätte wissen müssen)

Die Geschichten vom Versagen Grouchys bei Waterloo, des heldenhaften Scheiterns Scotts am Südpol (hier lohnt sich insbesondere die Charakterisierung Scotts zu Beginn des Kapitels) und des Schweizers Johann August Suters im Gold Rush, lesen sich so lebhaft, wie es von Abenteuergeschichten erwartet wird - nur noch besser.

Vierzehn Geschichten - und schade, schon zu Ende.
Glücklicherweise gibt es ganz viel eBooks von Stefan Zweig auf Amazon zum kostenlosen Download. Vielleicht werde ich ja bald ein Zweig-Fan sein.

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Das Bild des Autors und das eBook-CoverDie Wikipedia-Seiten zum Buch und zum AutorDie kostenlose eBook-Variante